Immobilienpreise in Deutschland steigen erneut: Wohnungen und Häuser teurer geworden

Hajo Simons
5 min Lesezeit
Bild: KI

Transparenzhinweis – Beitrag mit Unterstützung von KI erstellt

Nach der Phase sinkender oder stagnierender Kaufpreise kehrt auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt wieder spürbar Bewegung ein. Neue Auswertungen auf Basis realer Transaktionen zeigen: Häuser und Wohnungen sind 2025 im Durchschnitt erneut teurer geworden, und in vielen Großstädten fällt der Anstieg deutlicher aus als im Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig bleibt der Neubau schwach, was das ohnehin knappe Angebot weiter verengt. Damit verschiebt sich die Lage am Markt erneut zugunsten der Verkäuferseite – mit Folgen für Käufer, Mieter und die Bauwirtschaft.

Wohnimmobilien verteuern sich – besonders in den Ballungsräumen

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) meldet für das Jahr 2025 einen Preisanstieg von 4,0 Prozent. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits 2024 begonnen hatte, als die Preise nach dem Rückgang im Jahr 2023 wieder leicht zulegten. Laut vdp gab es in allen vier Quartalen 2025 Zuwächse, zuletzt auch noch einmal vom dritten zum vierten Quartal. Die Datengrundlage gilt als robust, weil sie auf tatsächlichen Finanzierungstransaktionen vieler Kreditinstitute beruht und nicht nur auf Angebotspreisen.

Auffällig ist die regionale Spreizung. In großen Städten wird die Preisdynamik typischerweise von mehreren Faktoren getragen: Zuzug, knappe Bauflächen, hohe Arbeitsplatzdichte und ein Mietmarkt, der Kaufentscheidungen indirekt beeinflusst. Wenn Mieten steigen und das Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen schrumpft, bleibt Eigentum für viele Haushalte trotz höherer Finanzierungskosten ein strategisches Ziel – auch wenn sich der Zeithorizont verlängert und die Anforderungen an Eigenkapital wachsen.

Warum die Preise steigen: Knappes Angebot trifft auf zähe Baukonjunktur

Der entscheidende Treiber bleibt die Angebotsknappheit. Während die Nachfrage nach Wohnraum in vielen Regionen hoch bleibt, kommt der Neubau nicht hinterher. Genau hier liegt ein strukturelles Problem: Selbst wenn sich Kaufinteressenten wegen Zinsen oder Unsicherheit zeitweise zurückhalten, sorgt das geringe Angebot dafür, dass Preise nicht stark nachgeben – und bei stabilerer Nachfrage schnell wieder anziehen.

Hinzu kommt, dass sich der Markt zunehmend segmentiert. Gut gelegene, energieeffiziente Objekte bleiben gefragt und stützen das Preisniveau. Sanierungsbedürftige Immobilien können zwar Abschläge sehen, doch auch hier verhindert die geringe Zahl verfügbarer Alternativen häufig größere Preisrückgänge. Diese Spreizung verstärkt sich durch regulatorische Anforderungen und Energiekosten, die Käufer stärker in die Kalkulation einpreisen.

Finanzierung bleibt der Engpass: Zinsen dämpfen, stoppen aber nicht

Parallel zur Preisentwicklung bleibt die Finanzierung die zentrale Hürde. Höhere Zinsen erhöhen die monatliche Belastung, wodurch viele Haushalte entweder kleinere Objekte wählen, in Randlagen ausweichen oder Kaufentscheidungen verschieben. Das bremst die Marktdynamik, erklärt aber nicht automatisch fallende Preise: Wenn weniger gebaut wird und Bestandsobjekte selten auf den Markt kommen, entsteht ein zähes Gleichgewicht aus gedämpfter Nachfrage und noch stärker gedämpftem Angebot.

Damit rückt auch die Rolle der Banken und der Kreditvergabe stärker in den Fokus. Strengere Bonitätsanforderungen, höhere Eigenkapitalquoten und vorsichtigere Bewertungen wirken wie ein Filter. Wer diesen Filter passiert, trifft jedoch auf einen Markt, in dem konkurrenzfähige Objekte weiterhin knapp sind – besonders in Metropolen.

Ausblick 2026: Stabilisierung auf höherem Niveau wahrscheinlich

Für 2026 deutet vieles darauf hin, dass sich der Markt nicht fundamental entspannt. Wenn die Fertigstellungen niedrig bleiben und gleichzeitig die Nachfrage in den Städten hoch ist, spricht vieles für eine Fortsetzung moderater Preissteigerungen oder zumindest für eine Stabilisierung auf dem erreichten Niveau. Politische Initiativen zur Beschleunigung des Bauens können mittelfristig wirken, kurzfristig ändern sie an den Engpässen wenig.

Damit bleibt Wohnen ein Thema, das nicht nur private Kaufentscheidungen betrifft, sondern auch Standortpolitik, soziale Balance und die Leistungsfähigkeit der Bauwirtschaft. Der Markt zeigt: Eine Phase fallender Preise ist kein Selbstläufer – ohne deutlich mehr Angebot kann selbst eine teure Finanzierung die Preiskurve nur begrenzt drücken.

Fazit

Die aktuellen Daten markieren eine klare Richtung: Wohnimmobilien in Deutschland sind 2025 erneut teurer geworden, besonders in großen Städten. Der wichtigste Grund liegt weniger in einer plötzlich explodierenden Nachfrage als in einem dauerhaft knappen Angebot und einem Neubau, der hinter dem Bedarf zurückbleibt. Höhere Zinsen bremsen zwar, sie lösen das strukturelle Problem aber nicht. Für 2026 zeichnet sich damit eher eine Fortsetzung eines angespannten Marktes ab – mit Preisstabilität oder weiter moderaten Zuwächsen, solange der Wohnungsbau nicht deutlich an Tempo gewinnt.

Quellen

https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-02/deutschland-immobilien-preise-wohnraum-eigentum

Plus 4 %: Immobilienpreise bestätigen Aufwärtstrend im Jahr 2025

https://www.welt.de/article698afebeb08ffe5b8f60b998

https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/_inhalt.html

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