Immobilienmarkt: Prognose zur künftigen Preisentwicklung

Hajo Simons
5 min Lesezeit
Bild: KI

Transparenzhinweis – Beitrag mit Unterstützung von KI erstellt

Die Frage, ob Wohneigentum in Deutschland erneut spürbar teurer wird, rückt Anfang Februar 2026 wieder in den Fokus. Aktuelle Marktdaten deuten darauf hin, dass die Phase der starken Korrekturen vielerorts vorbei ist, gleichzeitig aber keine neue Preisrallye über alle Segmente hinweg zu erkennen ist. Vielmehr zeigt sich ein Markt, der zwischen stabilerer Nachfrage, höheren Finanzierungskosten und regional sehr unterschiedlichen Knappheiten neu austariert wird. Besonders aufschlussreich sind frische Transaktionsdaten aus den Gutachterausschüssen: Sie zeigen, wie sich tatsächlich beurkundete Kaufpreise zum Jahresende 2025 entwickelt haben und ob die zuletzt beobachtete Erholung Schwung behält.

Wohnimmobilien: Der Aufwärtstrend verliert an Tempo

Ein wichtiger Gradmesser für die reale Preisentwicklung ist der GREIX-Kaufpreisindex, der auf Kaufverträgen aus 24 Städten und Regionen basiert. Das Update für das vierte Quartal 2025, veröffentlicht am 5. Februar 2026, signalisiert eine Abflachung der Dynamik. Eigentumswohnungen waren im Quartalsvergleich leicht günstiger, Einfamilienhäuser verteuerten sich moderat, während Mehrfamilienhäuser deutlicher zulegten. Konkret sanken die Preise für Eigentumswohnungen gegenüber dem dritten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, Einfamilienhäuser stiegen um 0,8 Prozent, Mehrfamilienhäuser um 4,0 Prozent. Gleichzeitig nahm die Zahl der Transaktionen weiter zu, allerdings weniger kräftig als zuvor. Im Jahresvergleich blieb das Plus bei Wohnungen und Einfamilienhäusern jeweils nur noch im niedrigen einstelligen Bereich, was auf einen Markt hindeutet, der eher stabilisiert als überhitzt.

Warum Mehrfamilienhäuser herausstechen

Dass Mehrfamilienhäuser im GREIX-Update stärker zulegen, passt zu einem Umfeld, in dem Mieten in vielen Regionen weiter steigen und Kapitalanleger wieder selektiv aktiv werden. Allerdings ist dieses Teilsegment statistisch anfälliger, weil die Zahl der Verkäufe geringer sein kann und einzelne größere Transaktionen stärker durchschlagen. Der Befund bleibt dennoch relevant: Dort, wo Renditeerwartungen und Mietperspektiven überzeugen, ist die Zahlungsbereitschaft offenbar schneller zurück als im selbstgenutzten Wohneigentum.

Zinsen als Preisscharnier: Stabilität jetzt, Risiko später

Neben Angebot und Nachfrage bleibt der Zins das zentrale Scharnier für Kaufpreise. Am 5. Februar 2026 berichten Interhyp-nahe Updates von stabilen Bauzinsen für zehnjährige Darlehen um rund 3,7 Prozent und einer kurzfristigen Seitwärtsprognose über mehrere Wochen. Parallel richtet sich der Blick auf die Europäische Zentralbank: Für die Sitzung am 5. Februar 2026 erwarteten Ökonomen laut dpa-AFX überwiegend unveränderte Leitzinsen; der Einlagenzins lag demnach seit Juni bei 2,0 Prozent. Für den Immobilienmarkt bedeutet diese Gemengelage: Solange die Finanzierungskosten nicht erneut deutlich steigen, bleibt die Nachfrage eher tragfähig. Sollte es jedoch im Jahresverlauf zu einem Zinsanstieg in Richtung vier Prozent und darüber kommen, könnte das die Preisdynamik erneut bremsen, vor allem bei Haushalten mit knapp kalkulierter Tragfähigkeit.

Was Preise 2026 treibt: Knappheit, Neubau, regionale Spreizung

Die Preisfrage lässt sich 2026 weniger national beantworten als früher. In wachsenden Städten wirken Wohnungsknappheit, zähe Neubauaktivität und anhaltender Zuzug weiterhin preisstabilisierend. Gleichzeitig steigt in einigen Regionen das Angebot, und Vermarktungszeiten verkürzen sich, was auf eine höhere Marktliquidität und veränderte Verhandlungsmacht hindeuten kann. Damit wird wahrscheinlicher, dass sich die Preisentwicklung weiter auffächert: gute Lagen mit effizientem Bestand bleiben robust, während energetisch schwächere Objekte oder periphere Lagen stärker über Preisnachlässe laufen müssen, um Käufer zu finden.

Fazit

Die aktuellen Signale sprechen eher für „teurer, aber nicht überall“: Der Markt ist aus der Schockphase heraus, doch der Auftrieb wirkt gebremst. Transaktionsdaten zeigen zum Jahresende 2025 eine deutlich nachlassende Dynamik bei Wohnungen und Einfamilienhäusern, während Mehrfamilienhäuser stärker zulegen. Entscheidend für 2026 bleibt, ob die Bauzinsen stabil bleiben oder wieder anziehen. In Summe deutet vieles auf eine Phase hin, in der sich Preise weniger im Gleichschritt bewegen, sondern stärker nach Segment, Energiequalität und Standort auseinanderlaufen.

Quellen

Handelsblatt: Immobilien: Wird es noch teurer? So entwickeln sich jetzt die Kaufpreise: https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-wird-es-noch-teurer-so-entwickeln-sich-jetzt-die-kaufpreise/100196714.html

Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW): GREIX-Kaufpreisindex Q4 2025: Preisanstieg lässt nach (05.02.2026): https://www.kielinstitut.de/de/publikationen/aktuelles/greix-kaufpreisindex-q4-2025-preisanstieg-laesst-nach/

Investing.com (dpa-AFX): Immobilienpreise in Deutschland steigen kaum noch (05.02.2026): https://de.investing.com/news/economy-news/immobilienpreise-in-deutschland-steigen-kaum-noch-3330613

Investing.com (dpa-AFX): EZB-Entscheid: Leitzinsen dürften erneut unverändert bleiben (05.02.2026): https://de.investing.com/news/economy-news/ezbentscheid-leitzinsen-durften-erneut-unverandert-bleiben-3330607

FNP (ots/Interhyp): Interhyp-Zinsupdate: Stabiles Zinsniveau eröffnet Chancen für Immobilienkäufer (05.02.2026): https://www.fnp.de/na-pressemitteilungen/interhyp-zinsupdate-stabiles-zinsniveau-eroeffnet-chancen-fuer-immobilienkaeufer-zr-94155339.html

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