Krankheitswelle im Februar: Stark steigende Hustenfälle melden Betroffene

Hajo Simons
6 min Lesezeit
Bild: KI

Transparenzhinweis – Beitrag mit Unterstützung von KI erstellt

Deutschland startet in den Februar 2026 mit einer auffälligen Häufung akuter Atemwegsbeschwerden. In vielen Regionen verdichten sich Berichte über Husten, Fieber und allgemeine Erkältungssymptome. Gleichzeitig liefern aktuelle Surveillance-Daten ein differenziertes Bild: Während die Influenza weiterhin ein maßgeblicher Treiber des Krankheitsgeschehens ist, gewinnt auch RSV an Dynamik. COVID-19 spielt in der aktuellen Lage zwar weiter eine Rolle, wird jedoch in den jüngsten Erhebungen deutlich seltener nachgewiesen als andere Erreger.

Husten und Fieber dominieren die aktuellen Symptommeldungen

Ein Blick auf die jüngsten, datenbasierten Auswertungen zeigt, welche Beschwerden derzeit besonders häufig im medizinischen Erstkontakt auftauchen. Für die Kalenderwoche 5 werden beim Patientenservice 116 117 vor allem Erkrankungen mit Fieber gemeldet. Parallel dazu fällt ein kräftiger Zuwachs bei Husten-Beschwerden auf: Die Zahl entsprechender Meldungen stieg im Vergleich zur Vorwoche deutlich an. In der Logik solcher Symptomdaten spiegelt sich nicht nur das tatsächliche Infektionsgeschehen, sondern auch, wie stark sich Beschwerden im Alltag bemerkbar machen und wie häufig Betroffene medizinische Orientierung suchen.

Dass Fieber in dieser Jahreszeit besonders häufig registriert wird, passt zudem zu einem bekannten Muster: In der kalten Saison häufen sich Infekte, und vor allem in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kitas werden Erreger leichter weitergegeben. Fieber ist dabei häufig Teil der Immunreaktion, während Husten sowohl durch Infektionen als auch durch gereizte Schleimhäute begünstigt werden kann.

Was hinter der „Krankheitswelle“ steckt: Influenza und RSV im Vordergrund

Influenza bleibt der zentrale Treiber der Atemwegssaison

Nach den aktuellen Einschätzungen aus der respiratorischen Surveillance wird das Geschehen weiterhin wesentlich durch Influenzaviren geprägt. Das gilt nicht nur für einzelne Altersgruppen: Influenza-Erkrankungen betreffen derzeit alle Altersklassen und führen zusammen mit anderen akuten Atemwegserkrankungen zu einer moderaten Zahl an Arztbesuchen und Krankenhausbehandlungen. In den Sentinel-Untersuchungen werden vor allem Influenza-A-Viren nachgewiesen, wobei A(H3N2) häufiger vorkommt als A(H1N1)pdm09.

Dieses Bild passt zu einer Saison, in der sich die Krankheitslast nicht ausschließlich in einem einzelnen Peak ausdrückt, sondern sich über mehrere Wochen fortsetzen kann. In der Praxis bedeutet das: Auch wenn manche Kennzahlen zwischen Wochen schwanken, bleibt das Gesamtniveau an Erkrankungen für das Gesundheitssystem spürbar.

RSV gewinnt an Fahrt – besonders relevant für kleine Kinder und Ältere

Parallel zur Influenza nimmt RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) seit einigen Wochen zu. Nach der RKI-Definition hat die RSV-Welle in der 2. Kalenderwoche 2026 begonnen. In der virologischen Sentinel-Überwachung taucht RSV inzwischen regelmäßig auf, wenn auch in deutlich geringerem Anteil als Influenza. Dennoch ist die Dynamik wichtig, weil RSV insbesondere bei Säuglingen und sehr kleinen Kindern sowie bei älteren Menschen zu schweren Verläufen führen kann.

Die zusätzliche RSV-Aktivität erklärt, warum sich die Saison subjektiv für viele wie eine „Krankheitswelle“ anfühlt: Mehrere Erreger zirkulieren gleichzeitig, Symptome überschneiden sich, und Infektionen können zeitlich versetzt in Haushalten oder Einrichtungen auftreten.

Warum Husten gerade jetzt so häufig ist

Die Häufung von Hustenmeldungen lässt sich nicht auf einen einzigen Faktor reduzieren. Neben viralen Infekten spielt die Jahreszeit eine Rolle: Kalte Außenluft, trockene Heizungsluft und häufiges Aufhalten in Innenräumen können die Schleimhäute austrocknen und die Atemwege reizen. Das begünstigt Hustenreiz und kann Infekte leichter „spürbar“ machen. Gleichzeitig erhöht die Nähe in geschlossenen Räumen die Wahrscheinlichkeit, dass sich Erkältungs- und Grippeviren verbreiten.

Dazu kommt ein statistischer Effekt: Wenn mehrere Erreger parallel zirkulieren, steigt die Gesamtzahl der Menschen mit Atemwegsbeschwerden – und damit die Wahrscheinlichkeit, dass Husten als Symptom in Meldesystemen deutlich nach oben ausschlägt.

Einordnung der Lage: moderat, aber breit spürbar

Die aktuellen Einschätzungen aus der Surveillance beschreiben die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen in der Bevölkerung als moderat, mit einem Anstieg in den letzten Wochen. „Moderat“ heißt dabei nicht „unbedeutend“: Wenn Influenza, RSV und weitere saisonale Viren gleichzeitig unterwegs sind, summiert sich die Krankheitslast. Sichtbar wird das in Arztpraxen, in Krankmeldungen und in der Belastung von Familien, Schulen und Betrieben.

Für die nächsten Wochen bleibt entscheidend, wie sich die Viruszirkulation weiterentwickelt: Bei Influenza deuten manche Indikatoren auf Veränderungen hin, während RSV zuletzt weiter zulegte. Solche Verschiebungen können regional unterschiedlich ausfallen und das Erleben vor Ort stark prägen.

Fazit

Die „Krankheitswelle“ Anfang Februar 2026 ist vor allem das Ergebnis einer typischen Winterkonstellation: Viele Atemwegserreger zirkulieren gleichzeitig, und Husten sowie Fieber stehen aktuell im Vordergrund der Symptommeldungen. Influenzaviren bestimmen weiterhin das Gesamtgeschehen, während RSV zusätzlich an Bedeutung gewinnt. In der Summe entsteht eine Lage, die in vielen Bereichen des Alltags deutlich spürbar ist, auch wenn die übergeordneten Kennzahlen in der bundesweiten Einordnung als moderat bewertet werden.

Quellen

https://www.news.de/gesundheit/859310236/aktuelle-krankheiten-im-umlauf-in-deutschland-01-02-2026-grippaler-infekt-magen-darm-beschwerden-erkaeltungen-viren-im-umlauf-im-patientenservice-116-117/1/

https://influenza.rki.de/

https://edoc.rki.de/handle/176904/13199

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