Großfeuer im GSI Helmholtzzentrum in Darmstadt verzögert milliardenschweren Teilchenbeschleuniger-Projekt

Hajo Simons
6 min Lesezeit
Bild: KI

Transparenzhinweis – Beitrag mit Unterstützung von KI erstellt

Am Donnerstagmorgen, dem 5. Februar 2026, ist auf dem Gelände des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung im Darmstädter Stadtteil Wixhausen ein Großbrand ausgebrochen. Über dem Areal stand zeitweise eine weithin sichtbare Rauchwolke, die auch in der Umgebung für Aufsehen sorgte. Einsatzkräfte der Feuerwehr waren seit den frühen Morgenstunden vor Ort, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen und mögliche Gefahren durch Brandgase oder austretende Stoffe auszuschließen.

Nach Angaben aus Einsatzkreisen und übereinstimmenden Medienberichten gab es zunächst keine Hinweise auf Verletzte. Gleichzeitig blieb am Vormittag offen, wie groß der Schaden ist und welche Folgen der Brand für den Betrieb des renommierten Forschungszentrums haben könnte. Die Lage wurde in ersten Stellungnahmen als ernst beschrieben, während die Ermittlungen zur Brandursache anliefen.

Was bislang zum Brand bekannt ist

Brandort und erste Meldungen

Zu Beginn kursierten unterschiedliche Angaben dazu, wo genau das Feuer entstanden ist. In ersten Meldungen war von einem Brand im Bereich eines Umspannwerks die Rede. Später hieß es, betroffen sei ein Industriegebäude beziehungsweise eine elektrische Anlage auf dem Gelände. Welche technische Komponente konkret in Brand geriet, war am späten Vormittag weiterhin unklar. Fest stand jedoch: Die Feuerwehr sprach von einem ausgedehnten Brandereignis, das einen entsprechenden Kräfteansatz erforderlich machte.

Evakuierung und Sicherheitsmaßnahmen

Als Vorsichtsmaßnahme wurde das Gelände geräumt. Der Werkschutz veranlasste, dass Beschäftigte den betroffenen Bereich verließen. Parallel dazu liefen Messungen, um mögliche Gefahrstoffe in der Luft zu identifizieren. Am Vormittag meldeten die Einsatzkräfte, dass bislang keine gefährlichen Stoffe nachgewiesen worden seien. Trotzdem blieb die Situation dynamisch, weil bei Bränden an elektrischen Anlagen und in Industriegebäuden die Zusammensetzung der Rauchgase von vielen Faktoren abhängt.

Warnung an die Bevölkerung

Für die umliegenden Gebiete wurden Warnhinweise verbreitet. In der Region wurde empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzustellen. Solche Hinweise sind bei größeren Bränden üblich, um die Belastung durch Rauch und mögliche Reizgase zu reduzieren, solange die Messungen noch laufen und die Brandentwicklung nicht vollständig stabilisiert ist.

Welche Forschungseinrichtungen betroffen sein könnten – und welche nicht

GSI-Beschleunigeranlage laut Angaben nicht betroffen

Das GSI ist international bekannt für seine Beschleunigeranlage für Ionen, die für Experimente zur Erforschung der Materie genutzt wird. Nach Angaben, die am Donnerstagvormittag zitiert wurden, soll diese bestehende Anlage nicht vom Brand betroffen sein. Auch die im Bau befindliche neue Anlage wurde in ersten Einschätzungen nicht als direkt betroffen beschrieben. Damit deutete sich zunächst an, dass zentrale Forschungsinfrastruktur verschont geblieben sein könnte, auch wenn die endgültige Bewertung von der Schadensaufnahme abhängt.

FAIR-Projekt im Hintergrund: Zeitpläne und Risiken

Auf dem Campus entsteht zudem das internationale Großprojekt FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research), ein milliardenschweres Vorhaben mit hoher wissenschaftspolitischer Bedeutung. In der öffentlichen Wahrnehmung liegt bei Ereignissen wie diesem schnell die Frage nahe, ob ein Brand den Baufortschritt oder die Inbetriebnahmepläne beeinflussen könnte. Am Vormittag gab es dazu jedoch keine belastbaren Aussagen, die über den Hinweis hinausgingen, dass die im Bau befindliche neue Anlage nach aktuellen Informationen nicht betroffen sei.

Unabhängig davon gilt: Selbst wenn Beschleunigerringe und Experimentierbereiche nicht direkt beschädigt wurden, können große Brände in Industrie- oder Energieversorgungsbereichen den Betrieb eines Standorts mittelbar treffen, etwa durch Einschränkungen bei Stromversorgung, Logistik, Zugangssicherheit oder durch notwendige Sicherheitsüberprüfungen. Ob und in welchem Umfang solche Effekte in Darmstadt eintreten, blieb am 5. Februar 2026 zunächst offen.

Ermittlungen zur Ursache und nächste Schritte

Zur Brandursache lagen am Donnerstagvormittag keine gesicherten Erkenntnisse vor. Bei Bränden in technischen Anlagen kommen verschiedene Szenarien in Betracht, von Defekten über Überhitzung bis hin zu externen Auslösern. Üblicherweise beginnt nach der Stabilisierung des Einsatzes die kriminaltechnische und brandschutztechnische Auswertung, die je nach Schadensbild Zeit in Anspruch nehmen kann.

Entscheidend wird außerdem sein, wie schnell einzelne Bereiche wieder freigegeben werden können und ob Reparaturen an der betroffenen Infrastruktur nötig sind. Aussagen zur Schadenshöhe oder zu langfristigen Einschränkungen waren am Vormittag noch nicht verfügbar.

Fazit

Der Großbrand am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt-Wixhausen am 5. Februar 2026 löste einen Großeinsatz aus, führte zu Warnhinweisen für die Umgebung und machte eine Evakuierung des Geländes erforderlich. Nach dem Stand der Berichte am Vormittag gab es keine Hinweise auf Verletzte, und Messungen ergaben zunächst keine nachgewiesenen Gefahrstoffe. Wie genau es zu dem Feuer kam, welche technische Anlage betroffen ist und ob der Forschungsbetrieb oder das FAIR-Großprojekt mittelbar beeinträchtigt werden, blieb zunächst offen und dürfte erst nach Abschluss der Ermittlungen und der Schadensaufnahme belastbar beantwortet werden.

Quellen

https://www.n-tv.de/regionales/hessen/Bisher-keine-Verletzten-bei-Grossbrand-in-Forschungszentrum-id30327640.html

https://www.spektrum.de/news/brand-grossbrand-in-darmstaedter-forschungszentrum/2308497

https://www.welt.de/regionales/hessen/article69846c6682b7e6e05f51b121/bisher-keine-verletzten-bei-grossbrand-in-forschungszentrum.html

https://www.fr.de/rhein-main/darmstadt/riesige-rauchwolke-ueber-region-katwarn-ausgeloest-94155376.html

https://www.op-online.de/region/darmstadt/riesige-rauchwolke-ueber-region-katwarn-ausgeloest-94155373.html

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